Retten aus Tiefe
Angenommen wurde folgendes Szenario:
Ein Bauarbeiter stürzte in einer Baugrube von einem Bauteil in die Tiefe. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte war der Patient bereits rettungs- und notarztdienstlich versorgt. Durch den Einsatzleiter wurden umgehend Einsatzkräfte zur Unterstützung der medizinischen Versorgung in die Baugrube entsandt. Die zeitgleichen Absprachen mit dem Rettungsdienst komplettierten die Erkundung: die angenommenen schweren Frakturen der Beine sowie der Verdacht einer Beckenverletzung ohne akute vitale Bedrohung machten eine schnelle zeitkontrollierte Rettung erforderlich.
Die besondere Schwierigkeit in dieser Übung: Die Drehleiter sollte nicht zum Einsatz kommen.
Unverzüglich wurden Steckleitern der Löschfahrzeuge an der Böschung zur Person hinabgelassen. Nach dem Umlagern des Patienten auf eine Schleifkorbtrage wurde diese mit mehreren Feuerwehrleinen und unter ständiger Begleitung durch zwei Einsatzkräfte über die so genannte „Leiterrutsche“ auf das Straßenniveau gezogen und anschließend wieder an den Rettungs- und Notarztdienst übergeben.
Alle im absturzgefährdeten Bereich eingesetzten Kräfte wurden durch Rückhalten gesichert, zudem wurde die Einsatzstelle frühzeitig ausgeleuchtet um bestmögliche Bedingungen für die Rettung zu generieren.
Als Übungsobjekt diente uns die aktuelle Baustelle zur Errichtung einer neuen Fußgängerunterführung im Bereich des Bahnhofes. In diesem Zusammenhang danken wir dem Bauleiter für die sehr unkomplizierte Absprache und das zur Verfügung stellen des Übungsobjektes.
Die erfolgreiche Übung forderte neben dem Arbeiten außerhalb der gängigen Arbeitsweisen (Einsatz der Drehleiter, umfassende Erkundungsmöglichkeit durch den Einsatzleiter, etc.) auch eindeutige Absprachen innerhalb der eingesetzten Kräfte. Die Kommunikation zwischen vorgehenden und sichernden Einsatzkräften sowie zwischen Einsatzleiter und Rettungsdienstkräften führten letztlich zu einer schnellen und strukturierten Rettung des verletzten Bauarbeiters.
